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11. Dezember 2006

"Ältere ArbeitnehmerInnen stehen dem Unternehmen loyaler gegenüber"

von Petra Oberger
copyright:photocase.com
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Gastro-Zustelldienst
Haring Johann
Großklein 95
8452 Großklein
+43 (0) 3456 2088
gastro-dienst.haring@inode.at

Die Fa. Haring Gastro-Zustelldienst wurde 1986 von Herrn Haring gegründet. Heute beschäftigt Herr Haring bereits 15 MitarbeiterInnen, die alle schon sehr lange in seinem Unternehmen arbeiten. Die langjährigste Mitarbeiterin ist bereits seit 17 Jahren bei ihm beschäftigt.

Warum der Gastro-Zustelldienst Haring vorrangig ältere ArbeitnehmerInnen beschäftigt. Wir fragten Johann Haring nach den Gründen, warum er gegen den allgemeinen Trend am Arbeitsmarkt schwimmt:

Dafür gibt es viele Gründe. Ein wesentlicher Grund ist die Erfahrung, die ältere ArbeitnehmerInnen in die Firma einbringen können. Durch ihre Erfahrung sind sie in der Lage, eigenständig zu arbeiten und wissen um die Wichtigkeit der Qualitätssicherung und Kundenfreundlichkeit Bescheid. Außerdem wechseln ältere ArbeitnehmerInnen seltener die Arbeitsplätze und bleiben meinem Unternehmen länger erhalten, Frauen haben zumeist ihre Familienplanung schon abgeschlossen. Ältere ArbeitnehmerInnen stehen dem Unternehmen loyaler gegenüber als die meisten der jungen MitbewerberInnen. Dies resultiert aus der Identifizierung mit dem Unternehmen, da sie mit dem Betrieb quasi mitgewachsen sind. Die Kunden sind sehr erfreut darüber, dass die AnsprechpartnerInnen nicht wechseln und kompetent ihre Anliegen erledigen.

Wären jüngere ArbeitnehmerInnen nicht günstiger (Stichwort Lohnniveau)?

Auf den ersten Blick mag das so erscheinen, doch wenn man die Rechnung genauer betrachtet, geht sie nicht auf. In meinem Unternehmen gibt es kaum Wechsel und Krankenstände, dadurch erspare ich mir die teuren Ausfallskosten. Die Einschulungszeit ist bei weitem kürzer und nur dann notwendig, wenn ich einen neuen Mitarbeiter / eine neue Mitarbeiterin aufnehme und daher auf das Minimum beschränkt. Durch den sorgsamen Umgang mit den Ressourcen und der aktiven Qualitätssicherung spare ich auch hier enorme Kosten. Der Wachstum des Unternehmens und die Kundenzufriedenheit sprechen für sich.

Hatten Sie schon mal jüngere ArbeitnehmerInnen aufgenommen?

Ja, auch ich habe es bereits einmal mit einer jungen Arbeitnehmerin versucht. Sie war im Büro angestellt und hier traten genau die Probleme auf, die ich vorhin erwähnte. Das Mädchen war sehr bemüht, aber die Einschulung war sehr aufwendig. Die Einarbeitungszeit beträgt ungefähr dreimal so lange als bei einer erfahrenen Kraft. Junge Menschen sind ihrer Jugend auch mit anderen Problemen und Dingen, die aufgrund der Jugend häufiger wechseln, beschäftigt und es fällt ihnen schwerer, diese dann nicht ins Büro mitzunehmen.
Ich beschäftige auch heute jüngere Kräfte. Die jüngsten ArbeitnehmerInnen sind erst zwischen 24 und 26 Jahre alt.

Worauf legen Sie in Ihrem Unternehmen besonderen Wert?

Sehr großen Wert lege ich auf Freundlichkeit und Höflichkeit (nicht nur dem Kunden gegenüber), ein gutes Betriebsklima und vor allem auch auf die Kleiderordnung. Jugendliche neigen zu eigenem Stil, der sich selten mit meinen Vorstellungen und den Vorstellungen meiner Kunden vereinbaren lassen. Ich lege auch sehr viel Wert auf die kontinuierliche Weiterbildung, welche an den jeweiligen Aufgabenbereich angepasst ist. Korrektes Verhalten gegenüber KollegInnen und KundInnen steht bei mir ganz oben auf der Liste.

Was unternehmen Sie konkret, um das Betriebsklima positiv zu erhalten?

Neben der Vorbildwirkung und dem korrekten, freundlichen und höflichen Umgang mit meinen MitarbeiterInnen lege ich sehr viel Wert auf „gemeinsamen Spaß“. So organisiere ich Freizeitaktivitäten für und mit meinen MitarbeiterInnen, wie zum Beispiel Kastanien braten, ein gemeinsamer Ausflug in einen Buschenschank, Weihnachtsfeier (versteht sich), etc. Zudem bekommen meine MitarbeiterInnen die Ware zum Einkaufspreis und Muster, die wir erhalten, werden unter den MitarbeiterInnen ausgeteilt. Auch der Kaffee steht meinen MitarbeiterInenn frei zur Verfügung.

Das positive Betriebsklima ist sicherlich auch dadurch entstanden, dass der Betrieb einen relativ sicheren Arbeitsplatz bietet. Dies geht mit finanzieller Absicherung des Betriebes einher. Veränderungen werden gemeinsam und immer mit Vorteil für alle Beteiligten unternommen, bis auf wenige Ausnahmen haben meine MitarbeiterInnen auch freie Hand bei der Urlaubs- und Freizeitplanung – sie müssen sich nur untereinander absprechen.

Im Großen und Ganzen konnten wir eine familiäre Atmosphäre aufgebauen, was wieder zur positiven Eingangsrechnung geführt hat.

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